Warum baue ich
....Ich machte mir – und da werden sich sicher viele, die diese Zeilen lesen, wiedererkennen – ständig Gedanken über die Köder, die ich fischte. Einfacher gesagt und auf den Punkt gebracht: Sie gefielen mir einfach nicht. Mal passte das Wurfverhalten nicht, mal störte mich die Fernost-Qualität. Aber das Allerwichtigste war der Lauf der Köder. Manche der Sandaalimitationen liefen wie... na ja, mit 0,0 Aktion. Was soll ich sagen? Ich baute einfach kein Vertrauen auf. Und mal ehrlich: Was gibt es Schlimmeres, als kein Vertrauen in den Köder zu haben, den man gerade fischt?!
Das ist der Kern des Angelns. Vertrauen in den Köder entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg am Wasser, denn nur wer an seinen Köder glaubt, fischt ihn konzentriert, ausdauernd und mit der nötigen Präzision.
Also kam der Tag, an dem ich beschloss, meine Köder selbst herzustellen – und zwar genau so, wie ich sie haben will, ganz ohne Kompromisse. Eins war klar, er sollte mehrere Eigenschaften besitzen und die Wichtigsten davon waren das er bei der Führung in einer leichten S-Kurve laufen sollte und beim "Spinnstop" nicht stumpf wie ein Stein absinkt, sondern leicht rückwärts läuft. Stunden um Stunden, Tage um Tage und Monate über Monate verbrachte ich in meiner Werkstatt. Vor lauter Grübeln habe ich abends oft nicht in den Schlaf gefunden. Unzählige Stunden verbrachte ich am Wasser, um die Wurf- und Laufeigenschaften zu testen. Ich musste viele Rückschläge einstecken und reichlich Lehrgeld in die Mülltonne werfen.
Dann aber, nach echt langer Zeit, ist ein perfektes Ergebnis aus der vielen Arbeit entstanden. Angelsachen gepackt und mit einem super Bauchgefühl ab ans Wasser, um die Prototypen Gassi zu führen. Was dann passierte, ist keine Geschichte aus dem „Paulaner-Garten“: Wurf 1, 2 und 3 brachten Fisch 1, 2 und 3! Ich war fasziniert und sprachlos.
Ab diesem Moment gab es für mich kein Zurück mehr zu irgendwelchen Wobblern oder Blinkern von der Stange. An dem Tag wurden die „TOPO’S“ geboren. Das Schöne ist: Ich muss mir seit diesem Tag keine Gedanken mehr darüber machen, was am anderen Ende der Schnur hängt. Ich habe jetzt den Köder, dem ich immer vertrauen werde.
Da mir mittlerweile das Bauen der Wobbler fast so viel Spaß macht wie das Fischen selbst, will ich das fertige Ergebnis und den damit zusammenhängenden Erfolg mit euch teilen.
Krumme Ruten wünsche ich euch.
Gruß Torsten